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Gedanken zum Jahresausklang 2016


Verfasst von Susanne und Ferdinand Heindl
Praxis für systemische Lebensberatung
Vorträge, Seminare, ThemenAbende

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Gedanken zum Jahreswechsel.
»Mut zum Leben - im Heute leben!«

Zum Jahreswechsel möchte ich den geschätzten Leser zu einer Reise in sein Inneres, in seine Seele einladen.
Warum? Um sich zu erinnern!

Diese Seelenreise ist weder auf den Jahreswechsel oder sonst ein Datum fixiert, noch hat sie ein Ablaufdatum. Sie kann jederzeit und ebenso des Öfteren gemacht werden. Dass diese Zeilen im Du-Modus verfasst sind, ist weder ein Anbiedern noch eine Unhöflichkeit der Autoren. Es liegt in der Natur der Sache - Seele hat mit dem »Sie« oder höflichen Umgangsformen nichts am Hut. Die Seele wünscht sich, das geschaut und ausgesprochen wird, was Sache ist!

Die nachfolgenden Zeilen sind keine Weihnachtsgeschichte und doch kann es für den Einzelnen eine werden, wenn er sich darauf einlässt. Bei der Reise geht es ums Erinnern! Erinnern, was einmal war und wie es einmal war. Es geht um die Krisen in deinem Leben! Und hier sei angemerkt, es gibt kein Leben ohne Krisen! Krisen gehören zum Mensch-Sein! Krisen fordern Menschen zur Veränderung im Leben heraus! Krisen sind eine Art Signal im Leben! Sie weisen auf Ungelebtes hin, das gelebt werden möchte. Krisen weisen fast immer auf (etwas tiefes oder altes) Verdrängtes in der Seele hin. Und wer möchte nicht erfahren, welche Botschaft sich hinter einer solchen Krise (ver-)steckt.

Es gibt Menschen, sogenannte »Verdrängungskünstler«, die merken nicht, dass sie eine Krise durchleben und nehmen sich dadurch das innerliche Fortschreiten und die Chance auf Neues im Leben.

Epiktet, ein antiker Philosoph hatte seine eigene Sichtweise zu Krisen: »Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben«, oder um es in eine andere Form zu kleiden: »Es kommt nicht darauf an, wie wir Schweres im Leben erleben. Es kommt darauf an, wie wir das Schwere im Leben annehmen, wie wir dem Schweren zustimmen und was wir daraus machen«.

Dem Schweren zuzustimmen würde bedeuten, »JA« zu den Dingen zu sagen, welche »das Schicksal« - richtig muss es heißen »dein Schicksal« dir in dein Leben »schickt«. Denn jeder Mensch hat sein persönliches Schicksal. Es sind Geschehnisse oder Situationen, vor denen jeder von uns vorerst mal hilflos und klein dasteht, sprich, ihnen ausgeliefert ist. Oder wie es der Volksmund artikuliert: »Da fährt die Eisenbahn drüber«.

Also Geschehnisse, welche du nicht (ver-)ändern kannst, und wo du (noch) nicht den Sinn dahinter verstanden hast. Meist bleibt dir ein solcher Sinn lange Zeit verhüllt. Kurzum, dein Schicksal sagt zu dir: »Ab heute ändert sich dein Leben. Du trägst keine Schuld daran - ES IST SO«. Wie ich finde, möglicherweise die drei schwersten Worte im Leben. Und du haderst und versuchst zu verstehen, warum das ausgerechnet dir und warum das gerade jetzt in deinem Leben passiert. Verständlicherweise wird in solch schwierigen Zeiten weder sichtbar noch verstanden: Das Schicksal bürdet uns nie mehr auf, als wir (er-)tragen können. Es ist weder böse noch grausam - obwohl wir das manchmal so empfinden.

Natürlich musst du diese Reise und das damit verbundene Erinnern an Nichtgeschautes in deinem Leben nicht machen. Du kannst dich von dieser Reise auf zwei Arten berühren lassen. a) Du liest den Text langsam und aufmerksam. Ab und zu (du wirst merken wenn es soweit ist) schließt du die Augen und lässt dich auf das Gelesene ein. Dies ist eine milde Form des Einlassens. b) Eine intensivere Form des Einlassens ist, wenn ein guter Freund, ein gute Freundin, also jemand Vertrauter dir den Text vorliest.

Die Zeitangaben zwischen den Texten sind als Zeitfaktor für dein Verweilen bei der Reise gedacht, bevor du oder dein Vertrauter weiter lesen. Wenn du dich für die Reise entschließt, achte darauf, dass du während der Reise keinen Störungen (und schalte dein Telefon aus) ausgesetzt bist. Und ebenso, dass du nach Beendigung der Reise eine Zeit der Ruhe für dich einräumen kannst. Zünde eine Kerze an und wähle eine sanfte Musik deiner Wahl. Setze oder falls dir vorgelesen wird, lege dich bequem hin - wähle eine Position, in der du dich deinen inneren Bildern ganz überlassen kannst. Schließe die Augen, und halte sie bis zum Ende der Reise geschlossen.

Seelenreise - Dem Leben zustimmen - JA sagen
Spüre wie der Boden dich trägt und dir Sicherheit vermittelt. Deine Reise beginnt bei deinem Atem, er wird dich führen. Du kannst deinem Atem vertrauen, denn du weißt, er kennt sich an den Orten deiner Seele aus wie kein anderer. Er wünscht sich, dass du ihm vertraust. Und du kannst das merken. Es ist ein anderes Atmen, wenn du deinem Atem Vertrauen entgegenbringst. Während dieser Reise ist dein Atem dein seelischer Reiseführer.

Atme nun bewusst tief ein und tief aus. Du fühlst wie dein Atem dich erfüllt und wie er dich nach einiger Zeit wieder verlässt. Ein ewiges Geben und Nehmen, das du bewusst wahrnimmst. Was dich heute belastet, geärgert oder gekränkt hat, verliert mit jedem Atemzug an Bedeutung. Auch die Gedanken kommen nun zur Ruhe und verlieren ihre Wichtigkeit.

(10 Sekunden)

Du machst dich nun auf den Weg, die Geschichten deines Lebens zu schauen, bei denen noch ein Ausgleich oder Abschied fehlt. Jene Geschichten, denen du noch nicht zugestimmt hast. Sie leben, oft unbemerkt und ausgeschlossen in der Seele weiter. Situationen aus deinem Leben, welche in der Tiefe der Seele »vergraben« wurden, weil das Hinschauen noch immer traurig macht und weh tut.

Dieser Weg bringt mit sich, dass du dir diese Situationen innerlich vor Augen führst. Wieder lässt du dich von deinem Atem vertrauensvoll leiten, und ganz von allein, ohne dein Dazutun, entsteht ein inneres Bild, das Bild einer unendlich weiten Landschaft in dir. Es ist die Landschaft deiner Seele. Es sind jene Areale in deiner Seele, in denen alles aufbewahrt wird, was zu dir gehört. Und eine Ahnung taucht in dir auf, dass Geschichten im Leben nie Vergangenheit sind, sie spinnen ihre Fäden aus dem Damals in das Heute und somit auch in das Morgen hinein.

Weit entfernt am Horizont erkennst du eine Person. Noch ist sie weit weg, jedoch dein Atem hilft dir, atmet sie näher und näher, bist du erkennst, dass du es bist, der dir gegenübersteht. Und hinter deinem Gegenüber siehst du längst Vergangenes. Situationen und Geschichten aus deinem Leben.

(15 Sekunden)

Was immer in deinem Leben geschehen ist - es ist deine(!) Welt, und diese Welt gehört unzertrennlich zu dir. Und was du siehst, das Gute und das weniger Gute, beides darf da sein, es gehört zu deiner Welt und wartet darauf, dass du ihm zustimmst, dass du endlich »JA« zu ihm sagen kannst.

Und wieder hilft dir dein Atem und ganz von allein, ohne dein Zutun entsteht ein Bild, eine vielleicht schon längst verdrängte Geschichte, die ein »JA« von dir möchte. Ein JA, dass du deinen Teil der Geschichte zustimmst. Also den Teil deiner Verantwortung übernimmst.

(15 Sekunden)

Wenn du bereit bist und Frieden schließen möchtest, sprich Worte der Versöhnung, und wenn es sich geziemt, verneige dich vor dieser Person oder vor dem Schweren, das bisher auf dir lastete.

(10 Sekunden)

Wenn du dich versöhnst mit der von dir ungeliebten Welt, dann kann es sein, dass langsam im Heute, vor dir eine neue Welt entsteht. Das unglaublich Verrückte an dieser Geschichte ist, sobald die Welt »hinter dir« aus der Vergangenheit da sein darf, mit allen Facetten und allem was geschehen ist, hat auch die Welt »vor dir«, also die Welt im Heute eine Chance.

Wenn es an der Zeit ist zu gehen, (du wirst das merken), bewahre dieses neue Bild in dir. Danke deiner Seele, dass du verstehen durftest. Und zum Abschied tust du etwas, was sich hier an diesem Ort geziemt. Du verneigst dich, bevor du Abschied nimmst.

(10 Sekunden)

Es scheint als sei die Landschaft etwas bunter und fröhlicher geworden. Langsam ziehen sich die Bilder in deinem Inneren zurück. Du nimmst nun ganz bewusst Kontakt mit deinem Atem auf. Atmest tief ein und aus - dein Atem führt dich zurück ins Heute, ins Jetzt - in deinen Körper hinein. Langsam kommst du wieder zurück in deinen Körper. Du spürst deinen Körper und bewegst deine Glieder. Mit jedem Atemzug wird dein Körper beweglicher. Und jetzt nimmst du noch zwei tiefe Atemzüge mit denen du Frische und Wachheit in deinen Körper atmest. Und bist wieder ganz WACH!

Anmerkung zur Seelenreise: Deine Seele benötigt »ihre« Zeit, um Geschehnisse in das Puzzle der seelischen Landschaft einzuordnen. Also geschätzter Leser, habe Geduld und »gehe mit der Geschwindigkeit deiner(!) Seele«. Ähnlich wie in der Sportart »Taekwondo«. Die Fußtechnik (Tae) und die Handtechnik (Kwon) sind meist schnell erlernt. Das (Do) der (Lebens-)Weg braucht jedoch bei jedem seine eigene Zeit.

Wir wünschen dir und deinen Lieben eine besinnliche Wintersonnenwende, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten, heiteren Jahreswechsel.

Susanne und Ferdinand Heindl


© Ferdinand J. Heindl, 2016