Forum Seele und Astrologie
Astrologische und systemische Lösungsarbeit - Vorträge - Seminare

Forum Übersicht

Exkurs über Familien-Aufstellungen


Verfasst von Ferdinand J. Heindl
Astrologische und systemische Lösungsarbeit,
Vorträge, Seminare, ThemenAbende

www.f-s-a.at   Tel: +43 (0)699 116 280 18   ZVR-Zahl 778443143


Definition: Aufstellungsarbeit beruht nicht auf »(weg)machen«, sondern zeigt das Eingebunden-Sein in die familiäre und individuelle Schicksalsgemeinschaft: Mutter, Vater, Geschwister, Grosseltern, Tante, Onkel, Lebenspartner, Kinder, Ahnen, u.a.

Aufstellungsarbeit hat nichts mit »machen« oder gar »heilen« zu tun. Diese Arbeit beruht darin, einen Impuls im Einklang mit der Seele des Klienten zu geben, dass das Fehlende einen guten und angemessenen Platz in dessen Seele erhält. Der Klient braucht keinen Helfer, welcher überzeugt ist, zu wissen, was das Beste für seine Seele sei. Die Seele braucht einen Helfer, der sich über folgende Frage klar ist: »Was gibt dem Klienten Kraft in seinem Leben«!

Helfen ist nur möglich, wenn es ein Helfen im Einklang ist. Der erste Einklang ist jener mit sich selbst. Dieser setzt voraus, dass der Helfer mit seiner Seele, seinen Wurzeln, seiner Herkunft im Reinen ist. Was heisst das im Einzelnen? Dass der Helfer jenen, die zu seiner Herkunft gehören, deren Leben, deren Schicksal, in der Art wie sie es lebten, zustimmen kann. Zustimmen kann, wie sie sind und nicht wie man sie gerne hätte. Anerkennt, dass es ihn ohne seine Herkunftsfamilie nicht geben würde. Ist der Helfer im Einklang mit seiner Herkunft, dann haben ALLE, welche zu seiner Herkunft gehören, einen guten Platz in seiner Seele.

Der zweite Einklang bezieht sich auf Menschen, die nicht seiner Herkunft angehören. Jene die man gerne mag, die man liebt, mit denen man verbunden ist, und jene die durch ihr Anders-Sein das eigene Wachstum (immer wieder) auf´s Neue herausfordern. Dazu gehören ebenso Feinde und Widersacher, denn auch oder gerade jene bewirken (meist) wichtige Entwicklungsschritte, die man sonst (aus Bequemlichkeit) nicht getan hätte.

Wenn der Helfer oder Aufstellungsleiter so im Einklang ist, ist er es ebenso mit seinem Können, seiner Erfahrung, seinem Wissen und seiner Wahrnehmung, seinen Grenzen und seinem Scheitern. Und vor allem ist er im Einklang mit dem Schicksal des Klienten und somit frei von einer Handlungsweise, die ihn antreiben würde, in der Art wie: Ich muss (!) das jetzt zum Wohl des Klienten ändern, da muss (!) ich doch was machen können, oder ähnliche Sätze, die im »Helfersyndrom« wurzeln.

Wer hilft, urteilt nicht. Helfen im Einklang versucht zusammen zu führen, was vorher getrennt war. Ein solches Helfen geschieht ohne eigenes Planen und eigenes Wollen. Gleich gültig, was vorgefallen sein mag. Ist dies geschehen, kann sich der Helfer zurückziehen. Er ist frei und ohne Bindung zum Klienten und umgekehrt. Solches Helfen vermeidet, dass der Helfer weder in die Position eines Elternteiles »abrutscht« noch auf andere Weise den Klienten »klein« macht. Im Gegenteil: solches Helfen bringt den Klienten in Einklang mit seiner Seele und all jenen, die dazugehören.

Die Grenzen von Geben und Nehmen. Zur Kunst des Helfens gehört ebenso, die Grenzen von Geben und Nehmen wahrzunehmen und sich diesen zu fügen. Und dass der Helfer in bestimmten Situationen oder wenn es ihn überfordern sollte, das Helfen sein lässt.

Mit der Seele des Klienten gehen bedeutet, den Klient in Einklang mit dessen Seele und allem, womit sie ihn verbindet, zu bringen und ihm zu helfen, sich dem Geschehen zu stellen. Darauf zu achten, der Seele des Klienten den erforderlichen Raum und Zeit zu lassen und ihr niemals »ein Zuviel« zuzumuten.

Ist das Thema noch nicht reif für einen Abschied oder Ausgleich, ist es sinnvoll, einen Schritt hin in Richtung Abschied nehmen, bzw. Ausgleich zu setzen. Warum nur einen nächsten Schritt? Wenn zu viel Schweres in der Seele vorhanden ist, kann meist nur eine Annäherung an das Thema erfolgen. Diese Annäherung beinhaltet eine Perspektive, eine Entscheidungshilfe für den nächsten Schritt.

Der Tod und das Schicksal. Zwei grosse Gestalten im menschlichen Dasein, welche untrennbar mit dem Familienstellen verbunden sind. Wer als Aufstellungsleiter Scheu vor ihnen hat oder sich ihnen nicht mit gebührender Achtung nähern kann, der tut gut daran, die Finger von dieser Arbeit zu lassen.

Die Funktion des Stellvertreters. Die Funktion des Stellvertreters ist eine gute Gelegenheit, um Familienstellen kennen zu lernen. Der Stellvertreter profitiert ebenso von der Teilnahme an den Aufstellungen. Was er hört und erlebt in den Aufstellungen, hilft seiner Seele, sich zu erinnern.

Der CODEX. Jeder, der in diesem (seelischen) Bereich tätig ist, muss eines Tages zu einem eigenen moralischen und professionellen Regelwerk finden, bzw. ein solches anstreben. Der
CODEX vom Forum Seele und Astrologie ist Ausdruck für Verantwortung und Verantwortlichkeit in bezug auf meine Arbeit.

Danksagung. Viele Einsichten und Bilder habe ich zwei grossen Forschern auf dem Gebiet der Seele zu verdanken. Meinem Lehrer und lieben Freund Dr. Peter Orban und Bert Hellinger, den, obwohl ich ihn nicht persönlich kenne, sehr schätze.

Schlussbemerkung. In den Händen von achtsamen und verantwortungsvollen Aufstellungsleitern ist Familienstellen ein wirksames Instrument. Es ist eine autarke und effiziente Arbeit und benötigt keinerlei Spielarten aus anderen Disziplinen. Der Seele die nötige Zeit zu geben, damit die Aufstellung wirken darf, ist ebenso wichtig, wie die Aufstellung selbst. Jemand, der die Arbeit des Familienstellens bewerten will, muss sie selbst gemacht haben!


Verfasst von Ferdinand J. Heindl
Astrologische und systemische Lösungsarbeit,
Vorträge, Seminare, ThemenAbende

www.f-s-a.at   Tel: +43 (0)699 116 280 18   ZVR-Zahl 778443143

© Ferdinand J. Heindl, 2008